Der besondere Stil

Der besondere Stil

Abr 01, 2022

Marga Comas wollte schon immer Künstlerin werden und zeigte bereits als Kind eine Vorliebe für Interior Design. Heute ist die Leiterin des Unternehmens Marga Comas Interior Design eine der anerkannt besten Innendesignerinnen.

Wie gehen Sie an ein neues Interior Design-Projekt heran?

Das Erstgespräch mit dem Auftraggeber oder der Auftraggeberin ist enorm wichtig, um ein Gespür für deren genaue Wunschvorstellungen zu erhalten. Am Anfang geht es weniger um eine bestimmte Stilrichtung als vielmehr darum, herauszufinden, wie jemand lebt, welchen Geschmack er hat, wie er die Zeit zu Hause verbringt… Jeder Mensch ist eine Welt für sich, deshalb möchte ich auch die Welt, in der er lebt, individuell interpretieren, so dass sie perfekt zu ihm passt und er sich darin wohlfühlt.

Wie gestaltet sich Ihr weiteres Vorgehen?

Bei Neubauten arbeite ich gerne von Anfang an mit dem Architekten. Nachdem ich mir seinen ersten Vorschlag genau angeschaut habe, bringe ich meine eigenen Ideen ein. Dann besprechen wir das Ganze, bis wir einen gemeinsamen Nenner finden. Durch diese – von mir präferierte – Vorgehensweise habe ich gleich zu Beginn eine klare Vorstellung von den Räumlichkeiten, der Dekoration und dem Mobiliar. Bei Renovierungen läuft das ähnlich ab, lediglich die Raumaufteilung ist bereits vorgegeben.

Worauf kommt es Ihrer Meinung nach beim Interior Design am meisten an?

Für mich ist die Beleuchtung sehr viel wichtiger als die Raumaufteilung oder die verwendeten Materialien, denn erst durch das richtige Licht kommt ein Raum wirklich zur Geltung. Mit der passenden Beleuchtung kann man in einem wenig attraktiven oder leeren Raum eine durchaus gemütliche Atmosphäre schaffen. Gleich danach kommt die Akustik – es darf nicht hallen. Moderne Architekten behandeln diese Themen manchmal etwas stiefmütterlich, aber für mich sind sie extrem wichtig.

Haben Sie einen Lieblingsstil?

Mir gefallen viele Stilrichtungen, aber keinesfalls alle. Der Komplettumbau eines Herrenhauses würde mich wohl am meisten inspirieren, oder die noch größere Herausforderung, auf einem freien Grundstück ein Haus zu gestalten, das nach der Fertigstellung aussähe wie eine 100 Jahre alte possessió mallorquina, ein mallorquinischer Landsitz. Aber mir gefällt in jedem Fall auch die moderne Architektur, die Kombination von Beton und Holz.

Versuchen Sie bei Ihren Projekten hier auf Mallorca immer, dem Stil der Insel treu zu bleiben?

Ja, obwohl es diesbezüglich manchmal mit dem Bauträger und dem Auftraggeber Diskussionen gibt. Ich persönlich fände es schön, wenn Mallorca architektonisch gesehen weniger modern wäre, wenn wir uns mehr auf unsere Wurzeln und damit auf unsere traditionellen Baumaterialien besinnen würden.