Abr 14, 2022
Toni Garau verwandelt Fäden in Kunstwerke. Einige davon hat er exklusiv für Prachtbauten in Palma entworfen, um diesen eine ganz be - sondere Note zu verleihen. Mit seinen Werken ist er z. B. auch in der kosmopolitischen und minimalistischen Sammlung mediterraner Kunst vertreten, die speziell für das Cala Seu erstellt wurde, ein Stadthaus in Palma, das im Portfolio von MallorcaSite gelistet ist.
Was empfinden Sie, wenn Sie eine Auftrag - sarbeit entwerfen und Ihr Werk dann an sei - nem Bestimmungsort sehen?
Es erfüllt mich mit großem Stolz, wenn sich je - mand so für meine Kunst begeistert, dass er sie privat besitzen möchte. Gleichzeitig habe ich aber auch das Gefühl, ein Stück meiner Persönlichkeit in meiner Arbeit zu lassen, denn als Autor dieses Unikats spüre ich eine ganz spezielle Verbindung zu meinem Werk.
Wie kamen Sie dazu, aus Fäden Kunstwerke zu schaffen?
Die industrielle Vergangenheit meines Heima - torts Sóller hat mich schon immer fasziniert. Früher, lange vor dem Tourismus, lebte Sóller von der Texti - lindustrie. Dort standen 18 Fabriken, denen der Ort seinen Wohlstand hauptsächlich zu verdanken hat - te. Übrigens hatten dadurch auch erstmals Frauen Zugang zur Arbeitswelt. Diese Geschichte fand ich so spannend, dass ich zu überlegen begann, wie ich die Fäden für meine Arbeit nutzen könnte.
Sind diese Fäden denn die gleichen, die auch in den Fabriken verarbeitet wurden?
Ja. Ich finde sie entweder bei Antiquitäten - händlern oder bei der Stiftung Fundació Deixalles Sóller. Als die Fabriken schließen mussten, ha - ben viele Menschen die Fäden aufgehoben. Heute bringen sie sie entweder zu Antiquitätenhändlern oder werfen sie weg.
Kann man denn überhaupt mit so alten Fä - den arbeiten?
Anfangs waren die Fäden sehr brüchig, so dass ich sie mit einem speziellen Harz behandeln muss - te. Die Arbeit mit diesen Fäden ist für mich sehr erfüllend, denn ich sehe, dass ich meine ursprün - glichen Vorstellungen umsetzen kann. Und ich bin stolz, denn meine Werke bestehen aus einem ges - chichtsträchtigen Material, das lange nutz- und le - blos herumlag, weil es zum Nähen nicht mehr taug - te. Diese Fäden sind meine Leidenschaft.
Wie definieren Sie sich als Künstler?
Ich sehe mich als modernen Künstler mit Spaß an der Arbeit. Ich muss unter Spannung stehen und ein Ziel vor Augen haben. Ich kann von jetzt auf gleich das gestalten, was ich empfinde. Ich mö - chte die Menschen emotional berühren, deshalb verwende ich intensive Erdtöne mit einem starken Bezug zur Natur. Und ich versuche, mit meinen Werken immer Frieden, Entspannung, Harmonie und Beständigkeit auszudrücken.